„Das Leben ist nicht fair“, singt Grönemeyer in seinem sehr schönen aber auch traurigem Stück „Der Weg“. Viel zu früh hat Sina ihren und somit auch unseren gemeinsamen Lebensweg verlassen. Sie verunglückte am 02. Februar 2018 bei einem Verkehrsunfall im Alter von nur 18 Jahren. 

Unendliche Trauer erfüllt unsere Herzen über diesen unbegreiflichen Verlust unserer Mannschaftskameradin, Spielerin, Vereinskollegin, Trainerin und Freundin.  

„Ehrlich, zuverlässig, intelligent, immer ein Lächeln im Gesicht und nie schlecht gelaunt“, so kennen wir Sina. 

Im Kindergartenalter kam die ruhige aber verschmitzte Sina gerade rechtzeitig nach Gnutz, um von früh auf den Faustballsport lieben zu lernen. Im September 2005 wurde sie Mitglied im TSV Gnutz und damit erstmals ein fester Bestandteil der Faustballwelt. Mitspieler kamen und gingen, Sina blieb dem Faustball und ihrem Team treu. 

Sina mit ihren Freundinnen Lara und Julia in der U14

Als eine der letzten fünf U14 Spielerinnen erlebten wir gemeinsam mit Sina neben aufregenden Spieltagen, die schon mit lautstarkem „Pitch Perfect“- Gesang bei der Anreise (das vielleicht nicht ganz so „perfect“ war) begannen, immer wieder lustige und einprägsame Momente.

Die Gnutzer Mannschaft löste sich auf und Sina wechselte am Ende der Hallensaison mit einigen ihrer besten Freundinnen und dem Trainer zum TSV Schülp und spielte dort ab der Feldsaison 2014 in der U16/U18 und der zweiten Frauenmannschaft.

Sina an ihrem Debütspieltag in der 1. Bundesliga

Talent, Ehrgeiz und die Fähigkeit neues Wissen schnell umzusetzen führten zu einer rasanten Leistungsentwicklung, die für die 14- jährige bei ihrem Erstligadebüt am 29.06.2014 in Moslesfehn gegen den TSV Jahn Schneverdingen vorerst einen Höhepunkt fand. In dem Spiel ersetzte sie übrigens ihre spätere Trainerin Nadine Kowalczyk. Im Laufe der nächsten Spielzeiten konnte sich Sina immer mehr durchsetzen und entwickelte sich zu einem Leistungsträger in Abwehr und Zuspiel. In der Zeitung stand zu lesen: „Im letzten Satz brachte der Trainer dann nochmal für Kowalczyk die 14-jährige Sina Stoltenberg, welche damit ihr Bundesliga-Debüt feierte und in einer schweren Rolle sich toll ins Team einfügte.“

Bundesligamannschaft 2017/18

Im Jugendbereich spielte sie einige Deutsche Meisterschaften. U16 DM beim TSV Bayer 04 Leverkusen / U18 DM beim TSV Bardowick & TSV Pfungstadt und auch die SHTV Landesauswahl wurde auf sie aufmerksam. 2017 gewann sie mit der Landesauswahl die Bronzemedaille. Sina hat es noch nicht geahnt, aber der nächste Karriereschritt hätte ihr sehr wahrscheinlich im Sommer mit der Einladung in den Perspektivkader der Frauen Nationalmannschaft bevorgestanden.

Deutsche Meisterschaft beim
TSV Bayer 04 Leverkusen

Neben dem eigentlichen Sport hat Sina die Kameradschaft und den Spaß in der Gruppe geliebt. Ob Rückfahrt von einem Spieltag / Meisterschaft / Turnier, Planschen im Pool oder Pizzaessen, sie war mit Spaß und so manchem lockeren Spruch, den man der manchmal ein wenig schüchtern wirkenden Jugendlichen zunächst nicht zutrauen würde, dabei.  

Beim TSV Gnutz war Sina weiterhin sehr tief verwurzelt. Sie packte immer wieder mit an, wenn es etwas zu tun gab und spielte auch das eine oder andere Turnier in den gelb/blauen Farben (bzw. alternativ in ausgefallenen Kostümen beim Balla Balla Turnier). Spielen alleine reichte Sina nicht aus und so begann sie 2015 beim Training der Gnutzer U8 Mannschaft als Betreuerin auszuhelfen. Schnell wurde Sina mit ihrer ruhigen, liebevollen und gleichzeitig konsequenten Art ein fester Bestandteil der Jugendtrainer.

Sina im Kreis ihrer Trainerkollegen

Selbst 16 chaotische U8 Kinder konnten Sina nicht aus der Ruhe sondern bloß zum Lachen bringen. Auch hier hinterlässt Sina ein großes Loch im Herzen der Kinder und Eltern, für die sie immer da war und in deren Leben sie eine große Rolle gespielt hat.

Nun, bist Du gegangen. Einen festen Platz in unseren Herzen hast Du Dir in den wenigen gemeinsamen Jahren dennoch erobert. Dort wirst Du für immer weiterleben. Wir vermissen Dich. 


von Rouven Schönwandt & Lena Mehrens

„Du bist nicht mehr da, wo Du warst, aber Du bist überall, wo wir sind“