20131027_VFL Fausti Cup 2013_0125-63.jpgAuf der Seite der deutschen Faustballliga ist der Saison „Teamcheck“ erschienen. Sandra Wortmann vom Ahlhorner SV (ehemals Westfalia Hamm/Hammer SC) wagt hier einen Blick in die Glaskugel. Mal schauen was der TSV als zweiter beim Brettorfer Vorbereitungsturnier am Ende der acht Spieltage so erreicht hat.

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Teamcheck: Schneverdingen ist der Top-Favorit

Ahlhorn (DFBL/saw) — In knapp zwei Wochen fällt der Startschuss für die neue Bundesligasaison der Frauen. Ein Blick auf die teilnehmenden Teams lässt auf eine zweigeteilte Liga schließen. Zum einen sind dort die erfahrenen Mannschaften vom TV Jahn Schneverdingen, MTSV Selsingen, SV Moslesfehn, Ahlhorner SV und dem VfK Berlin. Dem gegenüber stehen die anderen Ostteams aus Güstrow, Kaulsdorf, Schülp und Kellinghusen.

Ob die fünf routinierten Mannschaften den Kampf um die DM Plätze unter sich ausmachen und ob vier Teams im Abstiegskampf stehen, bleibt abzuwarten. Mit Blick auf die Mannschaften im einzelnen ist den Liganeulingen durchaus zuzutrauen, dem ein oder anderen Favoriten ein Bein zu stellen.

Als klarer Favorit geht der TV Jahn Schneverdingen in die Saison. Dem amtierenden Hallen- und Feldmeister steht in dieser Saison außerdem auch der Europacup vor heimischer Kulisse bevor. Mit einem Kader, der aus drei aktuellen Nationalspielerinnen besteht, dürfte beim TV Jahn wenig Sorge darüber herrschen, ob man die Qualifikation zur DM schaffen wird. Vielmehr wird das Erreichen der Endrunde ein Etappenziel in Richtung Titelverteidigung sein.

Auf der Liste der Favoriten steht ebenso der MTSV Selsingen, der mit seinem homogenen Team im letzten Jahr erstmals ein Ticket zur Deutschen Meisterschaft buchen konnte und gleich im ersten Anlauf mit Bronze zurückkehrte. Mit Ex-Schneverdingerin Laura Marofke hat die Mannschaft eine Hallenspezialisten in der Offensive, die ihr Team auch in dieser Saison anführen wird. Seine Frühform konnte man bereits beim Vorbereitungsturnier in Brettorf unter Beweis stellen, bei dem man die Halle als Sieger verließ.

Nach vielen Jahren an der Spitze muss man in dieser Saison davon sprechen, dass der Ahlhorner SV seine Favoritenrolle verloren hat. Nach enttäuschenden Niederlagen in der Vergangenheit, sind die Erwartungen geschrumpft und das ausgemacht Ziel ist kein anderes als die Qualifikation zur Endrunde. Dass auch dies eine Herausforderung für die Mannschaft von Rekordnationalspielerin Janna Meiners wird, ist den Ahlhornerinnen mehr als bewusst. Besonders der Blick auf die Konkurrenz zeigt, dass man leistungsmäßig keinen Vorsprung gegenüber den anderen Teams hat.

Ohne Ex-Mannschaftsführerin Sabrina Ahrens, die in der vergangenen Saison ihren Abschied feierte, tritt der SV Moslesfehn an. Dennoch wird Moslesfehn den Ausfall aufgrund seines leistungsstarken Kaders kompensieren können, sodass die Frauen aus dem Oldenburger Vorort ebenso ein Wörtchen bei der Vergabe der DM-Tickets mitreden werden. Zuletzt gelang die Teilnahme in der Halle vor drei Jahren, im Feld bewies man jedoch erst kürzlich, dass man zu den besten Teams Deutschland zählt. In Ahlhorn erkämpfte sich die Mannschaft Bronze.

Nur knapp entging die SG Stern Kaulsdorf dem Abstieg in der vergangenen Hallenrunde. Angeführt von Angreiferin Aniko Müller zeigte die Mannschaft bei ihrem Erstligadebüt zu wenig Konstanz. Auch wenn in der Feldsaison der Aufstieg verpasst wurde, so hat das Team aus der Hauptstadt weiter an Erfahrung gewonnen. Verstärkt wird man auch von Ex-Hammerin Anja Reimer, die in der Defensive für die nötige Sicherheit sorgen will. Dennoch hat sich Kaulsdorf das Ziel „Klassenerhalt“ gesetzt und muss somit vor allem gegen die Neuaufsteiger und Güstrow eine konstante Leistung abrufen, um erfolgreich zu sein.

Der Güstrower SC profitierte vom Rückzug des Hammer SC und konnte nur deshalb im Oberhaus bleiben. Nach jahrelanger Abwesenheit aus der ersten Liga, erspielte man sich zwei Siege, die zum Abstieg geführt hätten. Auch in dieser Saison beginnt der Kampf um den Klassenerhalt von der ersten Sekunde hat. Um dies zu erreichen, hat man sich vor allem vorgenommen, die vielen Eigenfehler abzustellen, die zuvor zum Hindernis dafür wurden, das eigene Potenzial abzurufen. So tritt der SC die Herausforderung mit einem nahezu unveränderten Kader an; lediglich Ulrike Martens legt eine Baby-Pause ein.

Ligaerfahren, jedoch bisher ohne DM-Fahrkarte geblieben, ist der VfK Berlin. Mit einem insgesamt großen Kader ist es dennoch offen, mit welchen Spielerinnen man jeweils zu den Spielen antreten wird. Nach einer eher enttäuschenden Feldsaison, in der man kurzzeitig sogar ins Zittern geriet, werden die Berlinerinnen zumindest gegen die Neulinge ihre Pflichtpunkte sichern, um sich einen komfortablen Vorsprung gegenüber den „Kellerteams“ zu verschaffen. Dass man den Blick bei optimaler Leistung auch nach vorne richten kann, zeigt das mehrfahre Abschneiden auf dem vierten Tabellenplatz. Ob es in diesem Jahr gelingt, an einem der großen Favoriten vorbeizuziehen, bleibt zunächst offen.

Zurück in der Liga meldet sich der TSV Schülp, der nach dem Abstieg im Feld 2012 in der vergangenen Saison den direkten Wiederaufstieg feiern durfte. In der Halle wagte sich die Mannschaft bisher jedoch nicht in die Höhle des Löwen und gibt in dieser Saison sein Debüt in der ersten Liga. Mit einem ausgeglichenen neunköpfigen Kader ist der Mannschaft der Klassenerhalt jedoch durchaus zuzutrauen.

Ebenfalls neu in der Bundesliga ist der VfL Kellinghusen, der mit seiner nahezu kompletten A-Jugendmannschaft als das vielversprechendste Team der nächsten Jahre gilt. So sind die Schleswig-Holsteinerinnen im Nachwuchsbereich das Maß der Dinge, was die Zahl der gewonnen Meistertitel unterstreicht. Außerdem zählt Nationalangreiferin Anika Bruhn zum Kader, die vom Hammer SC zum Verein ihres Wohnortes wechselte und das junge Team bei seinen Erstligaerfahrungen unterstützen will. Im Feld verpasste man jedoch knapp den Aufstieg, sodass man der anstehenden Saison entgegenfiebert. Ziel ist es, sich möglichst gut zu verkaufen und bei guter Leistung vielleicht sogar mit dem Klassenerhalt zu liebäugeln.

Teamcheck der DFBL