Mit großen Erwartungen war der TSV Schülp nicht zur Deutschen Meisterschaft der Männer 45 gereist – umso größer war am Ende die Freude über einen starken vierten Platz. Mit einem bunt zusammengestellten Kader aus Schülpern, Spielern aus Schleswig-Holstein sowie Unterstützung vom TV Volkmarsen kämpfte sich das Team bis ins Halbfinale vor. Höhepunkt des Wochenendes war das packende Viertelfinale gegen den FBC Offenburg, das Schülp mit 14:12 und 15:14 für sich entschied. Erst die späteren Deutschen Meister aus Heidenau stoppten den Schülper Lauf.
Die Ausgangslage vor der Reise nach Veilsdorf war alles andere als einfach. Nach mehreren Ausfällen und Verletzungen war eine Mannschaft zusammengekommen, die in dieser Form nicht regelmäßig gemeinsam auf dem Feld steht. Zum Schülper Kern gehörten Michael Göttsche, Heiko Höpken und Hauke Ritthausen. Dazu kamen Sören Nissen vom TSV Gnutz, Michael Kröger vom TuS Wakendorf und Burkhard Maack aus Großenaspe. Unterstützung gab es außerdem vom TV Volkmarsen durch Markus Schmand und Carsten Speichert – wobei Speichert als Ur-Schülper ohnehin bestens in die Mannschaft passte.

Dass solche Konstellationen bei einer Deutschen Meisterschaft der Altersklassen keineswegs ungewöhnlich sind, zeigte sich auch bei den Gegnern. Viele Teams waren mit ehemaligen Nationalspielern und langjährig erfahrenen Bundesligaakteuren verstärkt. So standen beispielsweise auf Leverkusener Seite frühere Nationalspieler im Angriff, beim FBC Offenburg lief mit Martin Becker ein hochklassiger Angreifer auf. Diese Qualität zog sich nicht nur durch die Angriffsreihen, sondern ebenso durch die Abwehrformationen.
Wie bunt die Mannschaften dabei teilweise zusammengestellt waren, zeigte etwa Torsten Holst. Ursprünglich vom ETV Hamburg kommend und weiterhin in Hamburg zu Hause, spielt er im Ligaalltag für den VfL Kellinghusen, trat bei dieser Meisterschaft jedoch für den MTV Rosenheim an. So trafen in Veilsdorf Mannschaften aufeinander, die aus unterschiedlichsten Vereinen zusammengesetzt waren – einige mit besonders viel individueller Qualität, andere mit größerer personeller Breite. Entsprechend hoch war das sportliche Niveau der Meisterschaft einzuschätzen.

Spiel 1 – Bayer 04 Leverkusen 1:1
Zum Auftakt war gleich klar: Wollte der TSV im Turnier eine gute Rolle spielen, musste gegen Bayer 04 Leverkusen etwas Zählbares her. Schülp startete entsprechend konzentriert und entschied den ersten Satz mit 11:8 für sich.
Leverkusen war ebenfalls hochkarätig verstärkt und steigerte sich im zweiten Durchgang. Schülp hielt dagegen, musste den Satz aber mit 9:11 abgeben. Das 1:1 war damit ein ordentlicher Auftakt – auch wenn nach dem gewonnenen ersten Satz durchaus etwas mehr möglich schien.
Spiel 2 – SSV Heidenau 0:2
Im zweiten Gruppenspiel wartete mit dem SSV Heidenau bereits einer der großen Turnierfavoriten. Schülp hielt lange ordentlich mit und blieb in beiden Sätzen im Spiel, ohne den Gegner entscheidend unter Druck setzen zu können.
Mit 8:11 und 6:11 gingen beide Durchgänge an Heidenau. Im weiteren Turnierverlauf sollte sich zeigen, wie hoch diese Niederlage einzuordnen war: Der SSV spielte sich bis zum Titel und wurde Deutscher Meister.
Spiel 3 – TuS Oggersheim 1:1
Vor dem letzten Vorrundenspiel war die Rechnung klar: Gegen den TuS Oggersheim musste mindestens ein Satz her, um sich den dritten Platz in der Gruppe und damit den Einzug ins Viertelfinale zu sichern.
Nach dem 9:11 im ersten Satz stand Schülp deshalb bereits unter Druck. Doch die Mannschaft blieb ruhig und zeigte genau im richtigen Moment ihre Stärke. In einem engen zweiten Durchgang setzte sich der TSV mit 12:10 durch.
Das 1:1 reichte – Schülp stand im Viertelfinale.

Viertelfinale – FBC Offenburg 2:0
Am Sonntagmorgen folgte das Schülper Spiel des Wochenendes. Gegen den FBC Offenburg entwickelte sich auf nassem Rasen eine hochklassige und umkämpfte Partie. Im Angriff entstand dabei auch ein sehenswertes Duell zwischen dem Offenburger Martin Becker und Carsten Speichert auf Schülper Seite.
Beide Sätze gingen in die Verlängerung – und beide Male behielt Schülp die Nerven. Mit 14:12 gewann der TSV den ersten Durchgang, ehe der zweite Satz noch dramatischer wurde.
Beim 15:14 war schließlich Schluss: Schülp stand im Halbfinale einer Deutschen Meisterschaft.
Entsprechend groß war der Jubel. Angesichts der schwierigen Voraussetzungen vor dem Turnier und der hochklassig besetzten Konkurrenz war der Einzug unter die besten vier Mannschaften bereits ein riesiger Erfolg.

Halbfinale – SSV Heidenau 0:2
Im Halbfinale kam es zum Wiedersehen mit dem SSV Heidenau. Diesmal konnte Schülp dem späteren Deutschen Meister nicht mehr entscheidend gefährlich werden.
Das intensive Viertelfinale gegen Offenburg hatte Kraft gekostet, während Heidenau frisch und hochkonzentriert in die Partie ging. Mit 7:11 und 6:11 musste sich der TSV geschlagen geben.
Heidenau bestätigte damit seine Ausnahmestellung bei dieser Meisterschaft und holte sich später auch verdient den Titel.
Spiel um Platz drei – MTV Rosenheim 0:2
Im kleinen Finale gegen den MTV Rosenheim waren die Kräfte bei den Schülpern schließlich weitgehend aufgebraucht. Rosenheim nutzte das konsequent und entschied die Partie mit 11:2 und 11:6 für sich.
Auch der MTV war mit reichlich Erfahrung besetzt und zeigte noch einmal, wie hoch das Niveau im Vorderfeld dieser Meisterschaft war.
Damit blieb für den TSV Schülp Platz vier. Eine Enttäuschung war das allerdings keineswegs.
Platz vier, der sich wie ein Erfolg anfühlt
„Damit hätten wir vorher überhaupt nicht gerechnet“, lautete das Fazit von Heiko Höpken. Die drei Mannschaften auf dem Podium seien an diesem Wochenende schlicht stärker gewesen. Umso höher sei der vierte Rang für die neu zusammengestellte Schülper Mannschaft einzuschätzen.
Ein besonderes Lob ging von Höpken an Carsten Speichert. Der ehemalige Schülper überzeugte über das komplette Wochenende insbesondere mit starken Angaben und gehörte zu den auffälligsten Akteuren des Teams.
Gerade vor dem Hintergrund der starken Konkurrenz bekam das Ergebnis zusätzliches Gewicht. Zahlreiche Mannschaften hatten für die Deutsche Meisterschaft ehemalige Nationalspieler und erfahrene Spitzenkräfte aus verschiedenen Vereinen zusammengezogen. Schülp hielt in diesem Feld nicht nur mit, sondern spielte sich bis unter die besten vier Teams Deutschlands.
Auch abseits des Spielfeldes passte das Wochenende. Höpken lobte ausdrücklich den Ausrichter für die Organisation, das Catering und die hervorragende Anlage. Bei zunächst teilweise bedecktem, später bestem Spätsommerwetter wurde die Deutsche Meisterschaft so auch neben den sportlichen Ergebnissen zu einem rundum gelungenen Erlebnis.


Und am Ende überwog ohnehin ein Gefühl: Stolz auf Platz vier und auf ein Wochenende, an dem aus einer bunt zusammengestellten Mannschaft ein echtes Team wurde.
Spielübersicht TSV Schülp
| Runde | Gegner | Ergebnis | Sätze aus Schülper Sicht |
|---|---|---|---|
| Vorrunde | Bayer 04 Leverkusen | 1:1 | 11:8, 9:11 |
| Vorrunde | SSV Heidenau | 0:2 | 8:11, 6:11 |
| Vorrunde | TuS Oggersheim | 1:1 | 9:11, 12:10 |
| Viertelfinale | FBC Offenburg | 2:0 | 14:12, 15:14 |
| Halbfinale | SSV Heidenau | 0:2 | 7:11, 6:11 |
| Spiel um Platz 3 | MTV Rosenheim | 0:2 | 2:11, 6:11 |
Vorrundentabelle – Gruppe A
| Platz | Mannschaft | Spiele | Sätze | Punkte |
|---|---|---|---|---|
| 1. | SSV Heidenau | 3 | 5:1 | 5:1 |
| 2. | TuS Oggersheim | 3 | 4:2 | 4:2 |
| 3. | TSV Schülp | 3 | 2:4 | 2:4 |
| 4. | Bayer 04 Leverkusen | 3 | 1:5 | 1:5 |
Abschlusstabelle
| Platz | Mannschaft |
|---|---|
| 1. | SSV Heidenau |
| 2. | TuS Oggersheim |
| 3. | MTV Rosenheim |
| 4. | TSV Schülp |
| 5. | TuS Essenrode |
| 6. | FBC Offenburg |
| 7. | SV Walddorf |
| 8. | Bayer 04 Leverkusen |
| 9. | SV Moslesfehn |
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