Paul Emil Trinker (25.05.1927, Steintal – bis 1938 „Groß Steinort“, Kreis Lötzen/Ostpreußen) war eine der prägenden Persönlichkeiten unseres Vereins. Er hat nicht nur mitgemacht – er hat aufgebaut, getragen und Menschen zusammengebracht.
Als Mitgründer der Jedermann-Sportgruppe am 23.10.1987 und als Übungsleiter von 1987 bis 2009 hat er Generationen bewegt: ohne Leistungsdruck, aber mit klarer Struktur, Verlässlichkeit und seiner ansteckenden Art.
Zu Pauls „Handschrift“ gehörte auch der Breitensport rund ums Sportabzeichen. 1988 konnten 60 Sportabzeichenüberreicht werden, 1989 erreichte der TSV Schülp mit 52 Sportabzeichen den 1. Platz im Kreis, 1990 waren es 82 Sportabzeichen und 98 Laufabzeichen. Das war typisch Paul: Er hat keinen Druck gemacht – er hat Lust gemacht, Mut gemacht und Menschen drangehalten, ohne sie zu treiben.
Paul war außerdem über Schülp hinaus im Sport zuhause und u. a. beim TuS Nortorf engagiert. Als die Jedermann-Idee in Schülp entstand, war er noch in Wankendorf tätig. Nachdem sich in Schülp nach einer Postwurfsendung genügend Sportlerinnen und Sportler gefunden hatten, wechselte er nach Schülp und führte die neue Gruppe – mit Klarheit, Wärme und einer Selbstverständlichkeit, die heute selten ist.
Sein Ehrenamt ging weit über den Sport hinaus. Aus seiner eigenen Geschichte heraus war ihm Erinnerungskultur ein echtes Anliegen. Über Jahrzehnte engagierte er sich für die Kreisgemeinschaft Lötzen/Masuren – als Kulturwart (ab 1982), als langjähriger Archivar und als jemand, der das Lötzen-Archiv in Neumünster für kommende Generationen geordnet, gepflegt und lebendig gehalten hat. Viele kennen auch seine Bildvorträge über „Alt-Lötzen“ – ruhig, präzise, nah dran.
Ganz praktisch wurde diese Haltung durch gelebte Hilfe: Seit 1993 organisierte Paul gemeinsam mit seiner Frau Elfi (Elfriede) Hilfstransporte nach Polen und immer wieder Reisen in die „alte“ Heimat.
Für dieses außergewöhnliche ehrenamtliche Lebenswerk wurde Paul mit dem Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. Aus dieser Auszeichnung spricht, was viele an ihm erlebt haben: Pflichtgefühl – ja. Aber vor allem Leidenschaft, Humor und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen.
Wer tiefer in sein junges Leben einsteigen will: Paul hat seine Erinnerungen an die „alte“ Heimat, den Krieg und die Kriegsgefangenschaft aufgeschrieben und mit weiteren Berichten ergänzt. Seine Texte sind Dokumente gegen das Vergessen.
Autorenseite (Kapitelübersicht): https://ewnor.de/autor_pt.php
Kapitel 10 „Flucht aus Masuren im Januar 1945“: https://ewnor.de/pt/1421_pt.php
Unser Mitgefühl gilt seiner Frau Elfi sowie seinen Kindern, Enkelkindern und Urenkeln. Ebenso sind unsere Gedanken bei allen, die ihm nahestanden und ihn vermissen.Paul Trinker prägte den TSV Schülp als Mitgründer der Jedermann-Gruppe (1987) und Übungsleiter bis 2009. Sportabzeichen, Erinnerungsarbeit, Bundesverdienstkreuz – wir nehmen Abschied
Ein paar Erinnerungen an Paul








