Vorweihnachtliche Geschenke im Hexenkessel Nortorf

Der 4. Spieltag in der Nortorfer Sporthalle hatte alles, was man sich kurz vor Weihnachten wünschen kann: gut gefüllte Ränge, eine große Bassbox, DJ Heiko am Pult und eine Stimmung, die den Begriff Hexenkessel absolut rechtfertigte. Sportlich allerdings schien es, als hätten sich die beteiligten Mannschaften frühzeitig auf die Feiertage eingestellt – zumindest, was die Großzügigkeit bei Eigenfehlern anging.

Im ersten Spiel gegen DJK Süd Berlin präsentierten beide Teams den Zuschauern eine wahre Bescherung. Gerade in der Anfangsphase bestand gefühlt mehr als die Hälfte der gespielten Punkte aus leichten, unnötigen Fehlern. Nachdem der TSV Schülp die ersten beiden Sätze noch gewinnen konnte, stellte Berlin die Spielerei ein und nutzte die zunehmende Verunsicherung der Schülper Angreifer konsequent aus. Mit 8:11 und 7:11 ging es in den Entscheidungssatz – und nichts deutete darauf hin, dass sich das Blatt noch einmal wenden sollte.

Doch dann kam sie wieder ins Rollen: die TSV-Diesellok. Getragen von den lautstarken Zuschauern spielten sich die Schülper in einen Flow, punkteten konsequent im Angriff und entschieden den fünften Satz verdient mit 11:6 für sich. Auch wenn die Berliner nach dem Spiel offen einräumten, ihr Ziel – den Gegner zu ärgern – erreicht zu haben, muss man ehrlicherweise sagen: Sie waren dem Sieg zeitweise näher als der TSV.

Im zweiten Spiel des Tages setzte sich der SV 90 Fehrbellin gegen DJK Süd Berlin mit 3:1 durch, nachdem die Anfangsphase überraschend ausgeglichen verlaufen war. Hier machte sich letztlich die etwas höhere Qualität im Angriff bemerkbar.

Das letzte Spiel zwischen dem TSV Schülp und dem SV 90 Fehrbellin entwickelte sich dann zu genau dem offenen Schlagabtausch, den auch die Gäste später in ihrem eigenen Bericht beschrieben. Fehrbellin startete furios, überrollte den TSV im ersten Satz mit 11:3 und erkämpfte sich nach zwischenzeitlichem Rückstand auch den zweiten Satz. Doch Schülp ließ nicht locker, stabilisierte die Abwehr, erhöhte den Druck im Angriff und glich mit zwei verdienten Satzgewinnen aus.

Der Entscheidungssatz wurde zur engen Kiste: Vorteil mal Fehrbellin, mal Schülp. Am Ende hatten die Gäste das etwas glücklichere Händchen und entschieden den Satz mit 12:10 für sich – in einer Halle, die auch aus Fehrbelliner Sicht als stimmungsgeladener Hexenkessel in Erinnerung bleiben wird.

Unterm Strich bleibt ein Spieltag, der weniger durch spielerische Perfektion als durch Spannung, Atmosphäre und eine ausgeprägte weihnachtliche Fehlerfreude geprägt war. Der TSV Schülp überwintert dennoch auf einem starken 3. Tabellenplatz mit 10:6 Punkten – eine ordentliche Ausgangslage für die verbleibenden Spieltage der Rückrunde.

Der inoffizielle Spieler des Tages stand eindeutig nicht auf dem Feld, sondern am Musikpult: DJ Heiko, der die Nordorfer Sporthalle über den gesamten Spieltag hinweg auf Betriebstemperatur hielt.

Den größten Eindruck – vor allem bei der zahlreich anwesenden TSV-Jugend – hinterließ allerdings Sushi, der mit einem spektakulären Hecht einen kurz gespielten Ball rettete. Kommentar der Kids: „Boah – habt ihr den Hecht gesehen?!“


Ergebnisse – 4. Spieltag

TSV Schülp – DJK Süd Berlin 3:2

11:6 | 11:5 | 8:11 | 7:11 | 11:6

DJK Süd Berlin – SV 90 Fehrbellin 1:3

9:11 | 11:9 | 9:11 | 4:11

SV 90 Fehrbellin – TSV Schülp 3:2

11:3 | 12:10 | 6:11 | 7:11 | 12:10


Link zu allen Bildern: https://www.amazon.de/photos/share/ZLk9rlBYKxEMu3dVokcWZGSGzIFFOI9zf4aLC59WpYA

Tabelle nach 8 Spielen

PlatzMannschaftSp.SätzePunkte
1SG Bademeusel824:716:0
2MSV Buna Schkopau823:914:2
3TSV Schülp820:1310:6
4SV 90 Fehrbellin816:178:8
5Stern Kaulsdorf810:184:12
6SV Lok Rangsdorf87:204:12
7DJK Süd Berlin88:240:16

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